Die Rufe werden lauter...

Nach Journalistenverbänden verlangt nun auch Bundestagspräsident Lammert die Freilassung der iranischen Fotojournalistin Maryam Majd.

Sie wollte über die Frauenfußball-WM in Deutschland berichten.

In einem Brief an den Präsidenten des iranischen Parlaments, Ali Larijani, bezeichnete Norbert Lammert die Verhaftung von Maryam Majd kurz vor ihrer Reise nach Deutschland zur Berichterstattung über die Frauenfußball-Weltmeisterschaft als "ebenso überraschend wie unverständlich".

 

TERRE DES FEMMES fordert Maryam Majds Freilassung und unterstützt die Unterschriftenaktion der Internetplatform Women living under Muslim Laws!

Majd war am 16. Juni, dem Tag vor ihrer Abreise nach Deutschland, im Haus ihres Vaters in Teheran festgenommen worden. Sie war für die Frauenfußball-WM akkreditiert, um über das Turnier zu berichten. Als Maryam Majd in Deutschland allerdings nicht aus dem Flugzeug stieg, schlug ihre deutsche Gastgeberin Petra Landers, ehemalige Fußballnationalspielerin, Alarm und informierte das Auswärtige Amt über das Verschwinden der iranischen Journalistin. Alle erforderlichen Dokumente für die Reise habe die Reporterin vorgelegt. Auch vom Weltverband FIFA sei sie für die Spiele der WM akkreditiert gewesen.

Mittlerweile ist auch von offizieller Seite bestätigt, dass Maryam Majd verhaftet und in das Teheraner Gefängnis von Evin gebracht worden ist. Zu den näheren Umständen und den Gründen ihrer Verhaftung ist allerdings immer noch nichts bekannt. Maryam Majd ist in ihrer Heimat nicht nur für ihre sportjounalistische Arbeit sondern auch für ihr Engagement für Frauenrechte bekannt. So arbeitet die Journalistin für eine Kampagne, die Frauen den uneingeschränkten Zugang zu Sportstadien ermöglichen will. Bisher dürfen Frauen im Iran nur Veranstaltungen des Frauensports besuchen. 

 

 

Die Verhaftung der 25-jährigen Fotojournalistin und Frauenrechtlerin werde in Deutschland "nicht nur als Angriff auf die Freiheit der Medien verstanden, sondern ebenso als eklatanter Verstoß gegen international geschützte Freiheits- und Menschenrechte, die auch von der iranischen Verfassung verbürgt werden", schrieb der CDU-Politiker am Montag (04.07.2011). Er bat Larijani um Unterstützung "bei der Aufklärung des Sachverhaltes".  
Zuvor hatten bereits das Auswärtige Amt, das WM-Organisationskomitee sowie mehrere Journalistenvereinigungen die Freilassung der Fotografin gefordert.

 

"Pressefreiheit ist ein hohes Gut"

Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) verurteilte das Handeln der iranischen Behörden ebenfalls. "Wir sind empört und protestieren in aller Schärfe gegen die Inhaftierung und fordern die Behörden in Teheran auf, die Journalistin sofort frei- und ausreisen zu lassen. Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, für das wir uns mit allen Kräften entschieden einsetzen", erklärten die Präsidiumsmitglieder Erich Laaser und Hans-Joachim Zwingmann. In einer gemeinsamen Erklärung hatten bereits die Organisationen Reporter ohne Grenzen, Deutsche Journalisten-Union und der Deutsche Journalisten-Verband die Freilassung Majds verlangt. Über die Gründe der Festnahme hätten die Behörden keine Angaben gemacht. Majd werde in dem berüchtigten Teheraner Gefängnis Evin festgehalten.

Mit Maryam Majd seien in der Islamischen Republik derzeit mindestens 25 Journalisten inhaftiert, hieß es. Damit sei der Iran nach der Volksrepublik China und Eritrea "das größte Gefängnis für Medienmitarbeiter weltweit".

 

Steffi Jones trommelt für Majd

Ende Juni hatte sich die Chefin des WM-Organisationskomitees (OK), Steffi Jones, dafür stark gemacht, dass die Journalistin frei kommt und zur WM ausreisen darf.

"Sowohl als OK-Chefin als auch ganz persönlich stehe ich immer und überall entschieden ein gegen jede Form von Diskriminierung und Unterdrückung", sagte Steffi Jones.

 

 

Quelle:

Autor: Reinhard Kleber (dpa, sid, bundestag.de)
Redaktion: Julia Elvers-Guyot  

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